Mittwoch, 18. April 2012


Ton Steine Gärten & La Via Campesina
am 22. April 2012
ab 14 Uhr
Essen & Trinken ° Kaffee & Kuchen ° Pflanzaktion
° Setzlinge & Saatgut: tauschen - schenken - kaufen ...
Im Garten am Bethaniendamm/Kreuzberg.

Dienstag, 27. März 2012

To-do´s für alle im Garten

1. Kompost
2. Hecke
3. Vorbereitung gemeinsamer Feiern (wir haben ja pro Jahr drei Feten in Aussicht genommen)
4. Gemeinschaftsbeete
5. Bau eines Tomatendaches , die Eingänge etc.
6. Pflege unserer Web-Seite
7. Pflege (und Aktualisierung) unserer Tafel
8. Neuer Beeteplan und Überblick zwecks Neuverteilung etc.
9. Meiner Meinung nach brauchen wir 1 oder 2 Leute, die sich um unsere Außenkontakte kümmern. Ich denke zumindest was an Vernetzung innerhalb Berlins läuft, aber auch die bundesweiten Treffen, die die Stiftung Interkultur jährlich veranstaltet, sollten wir regelmäßig besuchen
10. Pilzzucht. Da gibt es schon 2 präparierte Hölzer bei mir im Keller. sollten wir drüber reden, ob wir das machen wollen oder nicht.
11. Dachgarten über dem Kesselhaus. Hab die Pläne nun eingesehen und fotografiert. Jetzt fehlt noch der Sachverstand, Finanzen etc.
12. Kooperation mit Kunstraum wg. Ausstellung im Herbst.
13. Wasser
14. Kinderbeete

"Es" im März 2012

Als wir uns an dem Bürgerverfahren für eine Neugestaltung des Bethaniengeländes beteiligten und unser Anliegen vortrugen, einen Gemeinschaftsgarten mit u.a.Gemüseproduktion zu gestalten, hieß es über ein Jahr lang kategorisch: "Es wird keinen Garten geben."
Dieses "Es", das keinen Garten gibt, hat keinen Namen und keine Anschrift. "Es" ist anonym, eisern, unveränderlich, absolut, gewissermaßen göttlicher Natur.
Die Dinge kamen erst ins Rollen, als das von uns erwünschte Gelände (ein ehemaliger Obstgarten des ehemaligen Krankenhauses Bethanien) besetzt wurde, drei Hundertschaften Polizei auffuhren und schließlich der Bürgermeister - nach ausführlicher Darlegung, daß es keinerlei Zäune usw. geben dürfe - uns eine Fläche von 2100 m² zusagte. Ein Frevel an dem "Es"? Für die Diener dieses "Es" war es das wohl (es ist übrigens mein starker Eindruck, daß der Oberdiener dieses "Es" bis heute uns verborgen bleibt, genauso unnahbar wie das "Es"selbst).

Wir gründeten einen Verein und nahmen Verhandlungen auf. Allerdings waren es keine Verhandlungen, sondern eher Anhörungen, von der damaligen Baustadträtin aufgeschlossen entgegengenommen - und anschließend wurde uns das Ergebnis verkündet, ob es uns paßte oder nicht. Keine Zäune, eine Begrenzung durch eine "Sitzmauer", die ursprünglich das Straßenland mit der hier vorgesehenen Liegewiese mehr verbinden als abtrennen sollte, keinerlei Toiletten, Abtrennung vom Gebäude, an das das Gelände sich anlehnt, durch einen 3m breiten Weg, extra Abtrennung zweier Beete, die dann von einem Jugendprojekt - ohne jegliche Absprache mit uns - mit Blumen bepflanzt wurden. Von den zugesagten 2100 m² waren 1000 m² übriggeblieben. Erst bei der Vertragsunterzeichnung wurde uns auch ein Plan zur Unterzeichnung vorgelegt, die kaum veränderte Vorlage der Parkplanungen vor unserem Ansinnen eines Gemeinschaftsgartens. Überrumpelung nennt man das gewöhnlich. Die juristische Fixierung der Quadratur des Kreises. Ein Garten braucht Schutz - vor Hunden, Vandalismus, Diebstahl. Wir hatten Offenheit für Alle zugesagt, sehen aber natürlich Besucher lieber als unsere Gäste, denn als unbeteiligte Passanten, die nicht mal grüssen. Aber wir hatten keine Wahl, außer unser Projekt ganz aufzugeben. Die Grundlagen für einen nun zweijährigen Zermürbungsprozess waren gelegt. Das "Es" schlug durch seine DienerInnen zurück.

Versuchen wir die Hintergründe zu analysieren. Seit Jahren wird Berlin ja nicht nur als Hauptstadt der "Berliner Republik" gesehen, sondern als Metropole, zunehmend mächtiges Zentrum in einem Geflecht von Wirtschaft, Finanzen, Politik und Militär. Eigene Kartoffeln und Gemüse anzubauen zeugt nun aber nicht von dieser Mächtigkeit und dem damit verbundenen  "Ansehen" sondern ist eher ein "Armutszeugnis", ist "provinziell" und nicht Metropole. Die Metropole zeigt sich eher in der Lebensmittelabteilung des KDW, die es sich leisten kann, von überallher erntefrisch Obst und Gemüse einfliegen zu lassen. Man produziert Hightec, betreibt Forschung, aber baut nicht Kartoffeln an! Man läßt anliefern: Frühkartoffeln rechtzeitig zum Spargelessen aus Ägypten, gewässert mit dem Tiefenwasser der Sahara, die Rosen zum Muttertag aus Kenia, während den Viehzüchtern dort das Wasser vom Kilimandscharo fehlt, die Schweinesteaks aus Mecklenburg, gemästet mit dem Sojaschrot aus dem Amazonasbecken, die Erdbeeren aus Südspanien, von "illegalen" Flüchtlingen unter haarsträubenden Bedingungen geerntet, usw. Aus der Geschichte wissen wir, daß rund um den Globus, durch die Jahrtausende, immer wieder Bauernaufstände gegen die Zumutungen irgendwelcher Machtzentren anzugehen versuchten, die einfach nicht mehr zu ertragehn waren. Die Diskussion um Gentrifizierung ist eigentlich nur ein Teilaspekt dieser Metropolenarroganz.

Entsprechend plant eine Metropole großzügige, grüne Parks mit Liegewiesen, Sportmöglichkeiten, Flaniermeilen, aber Gemüseanbau? Wenn, dann höchstens als Zwischennutzung für häßliche Baulücken, bis ein gnädiger Investor gefunden ist!

So entpuppt sich dieses "Es" als menschenfressender Moloch.

Hinzu kommt ein Zweites. Von Anfang an hatten wir "Selbstbestimmung" auf unsere Fahnen geschrieben. Damit waren wir natürlich eine Herausforderung für die DienerInnen des "Es". Allerdings hörte es sich anders an in den Diskussionen: Wir würden "privatisieren" und dagegen müssen die DienerInnen das Gemeinwohl voranstellen und das verlange eben usw..  Ein menschenfressender Moloch als Hüter des Gemeinwohls? Das fällt uns doch sehr schwer. Wir erinnern an das alte Almenderecht: eine Ziege grast auf der Gemeindefläche, aber ihre Milch und auch ihr Fleisch gehören trotzdem ihrer Besitzerin, die Wiese aber bleibt Gemeindeeigentum. Ist das Privatisierung, wie das Berliner Wasser, der Strom usw. "privatisiert" wurden. Wieso fällt den DienerInnen des "Es" nicht auf, daß z.B. der Rosengarten im Tiergarten einen hohen Zaun hat, den Winter über ganz geschlossen ist - und trotzdem Teil der Parkanlage ist? Geht es ihnen wirklich um das Gemeinwohl oder eher um einen befürchteten Verlust eigener Macht, ihr Selbstverständnis als Obrigkeit, ungebrochen seit Kaisers Zeiten? Wir können froh sein, wenn eine Verwaltung sich an die Gesetze hält, die Dinge regelt, die sonst vielleicht schnell in einen Streit verschiedener Interessen geraten, was aber hier geschieht, ist anders: es ist ein Versuch zu schikanieren, mit immer neuen Auflagen zu nerven und Macht zu zeigen, im Endeffekt uns zu vertreiben. Ich denke, wir kommen sowohl mit den direkten Anliegern wie auch BesucherInnen gut klar. Wir bekommen viel positives Feedback. Was also sollen diese andauernden Interventionen des Bezirks? PolitikerInnen, die den Anspruch auf Bürgerbeteiligung etc. hoch halten, haben hier meiner Meinung nach die Aufgabe, nicht nur mit ihren Verwaltungen reibungslos klarzukommen, sondern den Augiasstall auszumisten!

Hans Heim

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Kreuzberg kocht

Die Gartengruppe "Ton-Steine-Gärten" ist im Koch-und Kiezbuch "Kreuzberg kocht" vertreten:

http://www.buechertisch.org/projekte/edition/edition-kreuzberg-kocht/

Sonntag, 8. Mai 2011

Carlo-Giuliani-Park neben unserem Garten eröffnet

Zum 1.Mai wurde in Steinwurfweite ein Teil des Parks ums Bethanien in Carlo-Giuliani-Park umbenannt - in Gedenken an den Carlo Giuliani, der 2011 während der Gipfelproteste in Genua von einem Carabinieri erschossen wurde.