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Der Kampf mit der Bürokratie - das ist fast allen Nachbarschafts-Initiativen gemeinsam. Nicht immer erkennen die Kommunen die Notwendigkeit oder die Qualität gemeinschaftlich genutzter Gärten. Am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg etwa: Dass dort heute der Verein „Ton Steine Gärten“ ein Stück eines öffentlichen Parks nutzt, damit Anwohner auf kleinen Beeten Bohnen, Salat, Kräuter oder Sonnenblumen anpflanzen, dafür waren zähe Verhandlungen mit der Verwaltung nötig. „Wir mussten ziemlich lange Puste haben, um das zu erreichen“, erzählt Malte Zacharias vom Trägerverein.
Die Nutzer sind eine „gute Kreuzberger Mischung“
Es begann mit einem Bürgerbeteiligungsverfahren, um das Bethanien-Gelände rund um ein ehemaliges Krankenhaus, das heute als Kulturzentrum genutzt wird, neu zu gestalten. Anwohner trafen sich daraufhin zu einem „Nachbarschaftssofa“, um Ideen zu sammeln - dort entstand auch die Idee des gemeinsamen Gärtnerns. Die Stadt stellte sich quer, die Pläne für die Neugestaltung waren längst fertig, aber ein kleines Grüppchen ließ nicht locker und gründete einen Verein, um ihren Interessen eine Rechtsform zu geben. Schließlich sagte der Bezirksbürgermeister tausend Quadratmeter zu, vergangenen August wurde der Vertrag unterzeichnet. „Wir haben aber so viel Zulauf, dass jetzt schon wieder über 40 Leute auf der Warteliste sind.“
Die Nutzer sind eine „gute Kreuzberger Mischung“, sagt Zacharias: alteingesessene Berliner, Menschen mit Migrationshintergrund, junge Familien, Neuankömmlinge aus aller Welt. Da kommt man auch ins Gespräch, an Arbeitstagen oder beim gemeinsamen Kochen. Vor allem über das gemeinsame Interesse, die Pflanzen, die Anbautechniken, das Gärtnern.
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